Ratgeber·3 Min. Lesezeit

Grundversorgung: Was ist das (und warum ist sie meist teuer)?

GrundversorgungGrundversorgerErsatzversorgungSondervertrag StromGrundversorgung kündigen

Zuletzt aktualisiert am 19. Juli 2026

Direkte Antwort

Was ist die Grundversorgung und warum ist sie meist teuer?

Die Grundversorgung ist der gesetzlich vorgeschriebene Standardtarif des örtlichen Grundversorgers, in den Haushalte automatisch fallen, wenn sie keinen eigenen Vertrag abschließen. Sie ist meist teurer als ein Sondervertrag, weil sie besonders flexibel kündbar ist und keine langfristige Preiskalkulation zulässt. Sie können jederzeit mit zwei Wochen Frist wechseln.

Fast jeder Haushalt startet einmal in der Grundversorgung, oft ohne es zu wissen. Sie ist der gesetzliche Auffangtarif und in aller Regel nicht die günstigste Option. Auf dieser Seite lesen Sie, was die Grundversorgung genau ist, wie sie sich von Ersatzversorgung und Sondervertrag unterscheidet und warum sich ein Wechsel fast immer lohnt.

Was ist die Grundversorgung?

Die Grundversorgung ist der gesetzlich geregelte Standardtarif, mit dem der örtliche Grundversorger alle Haushalte in seinem Netzgebiet beliefert, die keinen eigenen Vertrag abgeschlossen haben. Grundversorger ist immer das Unternehmen mit den meisten Haushaltskunden in einem Netzgebiet, festgelegt für Strom und Gas jeweils separat.

Die Grundversorgung ist eine Pflichtleistung: Der Versorger muss jeden Haushalt aufnehmen. Dafür ist sie besonders flexibel gestaltet, und genau das macht sie meist teurer als andere Tarife.

Wie rutsche ich automatisch in die Grundversorgung?

In der Regel beim Einzug in eine neue Wohnung. Wenn Sie dort Strom oder Gas entnehmen, ohne vorher einen eigenen Vertrag abzuschließen, werden Sie automatisch vom Grundversorger beliefert. Das ist praktisch, weil so nie eine Versorgungslücke entsteht, aber es ist selten die günstigste Lösung. Prüfen Sie deshalb nach einem Umzug rasch, ob ein Wechsel für Sie sinnvoll ist. Wer schnell handelt, kann sich den Weg raus aus der Grundversorgung meist ohne eine einzige teure Monatsrechnung sparen.

Grundversorgung, Ersatzversorgung, Sondervertrag: der Unterschied

Diese drei Begriffe werden oft verwechselt. So grenzen sie sich ab:

Merkmal Grundversorgung Ersatzversorgung Sondervertrag
Wer beliefert Örtlicher Grundversorger Örtlicher Grundversorger Frei wählbarer Anbieter
Wann greift sie Kein eigener Vertrag (z. B. Einzug) Übergangsweise, z. B. bei Anbieter-Ausfall Aktiv abgeschlossen
Dauer Unbefristet Maximal 3 Monate Feste Laufzeit (z. B. 12 Monate)
Kündigungsfrist 2 Wochen Endet automatisch Meist 1 Monat nach Laufzeit
Preisniveau Meist am höchsten Hoch Meist am günstigsten

Die Ersatzversorgung ist ein reiner Übergangszustand. Sie greift automatisch, wenn Ihre Belieferung unerwartet endet, etwa weil ein Anbieter die Lieferung einstellt. Nach spätestens drei Monaten geht sie in die reguläre Grundversorgung über. In dieser Zeit sollten Sie aktiv einen neuen Vertrag wählen.

Warum ist die Grundversorgung meist teurer?

Weil sie so flexibel ist. Die kurze Kündigungsfrist von zwei Wochen bedeutet, dass Kunden jederzeit gehen können. Der Versorger kann Mengen und Einkaufspreise deshalb nicht langfristig kalkulieren und muss dieses Risiko einpreisen. Ein Sondervertrag mit fester Laufzeit gibt dem Anbieter Planungssicherheit und ist im Gegenzug meist günstiger.

Hier steckt der kontraintuitive Punkt: Viele halten die Grundversorgung für die sichere Standardwahl. In Wirklichkeit ist die technische Versorgung in jedem Tarif gleich sicher, der Netzbetreiber liefert immer lückenlos. Was wir in der Beratung oft sehen: Kunden zahlen jahrelang den Aufpreis für ein Sicherheitsgefühl, das der Tarif gar nicht liefert. Sie bezahlen in der Grundversorgung also schlicht mehr für dieselbe Leistung.

Wann lohnt der Wechsel aus der Grundversorgung?

Fast immer, und je länger Sie in der Grundversorgung sind, desto eher. Der Wechsel ist unkompliziert:

  • Die Grundversorgung ist jederzeit mit zwei Wochen Frist kündbar.
  • Beim regulären Wechsel übernimmt der neue Anbieter die Kündigung für Sie.
  • Es entsteht keine Versorgungslücke, der Netzbetreiber liefert lückenlos weiter.

Wie der Umstieg konkret abläuft, zeigen wir Schritt für Schritt im Ratgeber zum Stromanbieter wechseln. Ob sich ein Wechsel bei Ihnen lohnt, lässt sich in wenigen Minuten prüfen: Laden Sie einfach Ihre letzte Rechnung hoch, wir vergleichen Ihren aktuellen Tarif und finden die passende Alternative. Kostenlos und unverbindlich.

Zahlen Sie zu viel für Strom oder Gas?

Laden Sie einfach Ihre aktuelle Rechnung hoch. Wir prüfen sie und finden Ihren passenden Tarif. Kostenlos und unverbindlich.

Häufige Fragen

Wie komme ich automatisch in die Grundversorgung?
Meist beim Einzug in eine neue Wohnung, wenn Sie noch keinen eigenen Vertrag abgeschlossen haben. Sie entnehmen dann Strom oder Gas und werden automatisch vom örtlichen Grundversorger beliefert.
Was ist der Unterschied zwischen Grundversorgung und Ersatzversorgung?
Die Grundversorgung ist ein dauerhafter Standardtarif. Die Ersatzversorgung greift nur übergangsweise, etwa wenn ein Anbieter die Belieferung einstellt. Nach maximal drei Monaten geht die Ersatzversorgung in die reguläre Grundversorgung über.
Wie schnell kann ich die Grundversorgung kündigen?
Die Grundversorgung ist jederzeit mit einer Frist von zwei Wochen kündbar. Beim regulären Wechsel übernimmt der neue Anbieter die Kündigung für Sie.
Warum ist die Grundversorgung oft teurer als ein Sondervertrag?
Weil sie besonders flexibel und kurzfristig kündbar ist, kann der Versorger keine langfristigen Mengen und Preise kalkulieren. Das schlägt sich im Preis nieder. Sonderverträge mit fester Laufzeit sind deshalb meist günstiger.
Ist die Grundversorgung sicherer als ein Sondervertrag?
Die Versorgungssicherheit ist in beiden Fällen identisch, der Netzbetreiber liefert lückenlos. Der Unterschied liegt nur im Vertragspartner und im Preis, nicht in der technischen Versorgung.

Das könnte Sie auch interessieren