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Abschlag und Nachzahlung verstehen und den Abschlag anpassen

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Zuletzt aktualisiert am 19. Juli 2026

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Warum muss ich Strom oder Gas nachzahlen?

Eine Nachzahlung entsteht, wenn Ihre monatlichen Abschläge über das Jahr niedriger waren als Ihr tatsächlicher Verbrauch plus die geltenden Preise. Sie zahlen nicht doppelt, sondern gleichen die Differenz aus. Meist liegt es an einem zu niedrig angesetzten Abschlag, gestiegenen Preisen oder einem höheren Verbrauch als im Vorjahr.

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Am Ende des Abrechnungsjahres steht bei vielen Haushalten entweder eine Nachzahlung oder ein Guthaben auf der Rechnung, oft überraschend. Dahinter steckt kein Fehler, sondern das Prinzip der Abschlagszahlung. Wer versteht, wie der Abschlag zustande kommt, kann ihn gezielt anpassen und böse Überraschungen vermeiden.

Was ist der Abschlag und wie kommt er zustande?

Der Abschlag ist eine monatliche Vorauszahlung auf Ihren voraussichtlichen Jahresverbrauch. Der Versorger schätzt zu Vertragsbeginn oder nach der letzten Abrechnung, wie viele Kilowattstunden (kWh) Sie im Jahr verbrauchen, multipliziert das mit dem Arbeitspreis, addiert den Grundpreis und teilt die Summe durch zwölf.

Ein Beispiel für den Rechenweg: Erwarteter Jahresverbrauch mal Arbeitspreis (ct/kWh) plus Grundpreis (€/Jahr), geteilt durch zwölf Monate. Was hinter diesen beiden Preisbausteinen steckt, erklären wir im Beitrag dazu, wie sich Arbeitspreis und Grundpreis zusammensetzen. Weicht Ihr tatsächlicher Verbrauch oder der Preis von der Schätzung ab, stimmt der Abschlag am Jahresende nicht mehr, und die Differenz wird ausgeglichen.

Warum kommt es zu einer Nachzahlung oder einem Guthaben?

Nachzahlung oder Guthaben entstehen immer aus der Differenz zwischen den gezahlten Abschlägen und den tatsächlichen Kosten. Die häufigsten Gründe:

Grund Wirkung
Abschlag von Anfang an zu niedrig angesetzt Nachzahlung
Preise während des Jahres gestiegen Nachzahlung
Höherer Verbrauch (kalter Winter, neue Geräte, mehr Personen) Nachzahlung
Abschlag zu hoch angesetzt Guthaben
Preise gesunken oder Verbrauch reduziert Guthaben
Zählerstand zuletzt geschätzt, jetzt real abgelesen Nachzahlung oder Guthaben

Wichtig: Eine Nachzahlung bedeutet nicht, dass Sie doppelt zahlen. Sie gleichen nur aus, was über die Abschläge noch nicht gedeckt war.

Wie passe ich meinen Abschlag realistisch an?

Der beste Anhaltspunkt ist Ihr tatsächlicher Jahresverbrauch aus der letzten Abrechnung. Gehen Sie so vor:

  1. Verbrauch prüfen. Der Jahresverbrauch in kWh steht auf Ihrer letzten Jahresabrechnung.
  2. Aktuellen Preis ansetzen. Rechnen Sie mit dem gültigen Arbeits- und Grundpreis, nicht mit dem des Vorjahres.
  3. Durch zwölf teilen. So erhalten Sie einen Abschlag, der Ihrem realen Bedarf entspricht.
  4. Anpassung beantragen. Melden Sie sich beim Versorger und nennen Sie den gewünschten, begründeten Betrag.

Ein realistisch gesetzter Abschlag hält die Jahresabrechnung nah an der Null: weder eine große Nachforderung noch ein unnötig gebundenes Guthaben.

Was tun bei stark gestiegenen Preisen?

Erhöht Ihr Versorger die Preise, wird ein alter Abschlag schnell zu niedrig, und eine Nachzahlung droht. Zwei Reaktionen sind sinnvoll:

  • Abschlag anheben. Passen Sie ihn an den neuen Preis an, damit sich die Differenz nicht über das Jahr aufbaut.
  • Sonderkündigungsrecht prüfen. Bei einer Preiserhöhung dürfen Sie den Vertrag außerordentlich kündigen und zu einem günstigeren Tarif wechseln. Wie Sie den Wechsel nach einer Preiserhöhung angehen, lesen Sie gesondert; der Abschlag beim neuen Anbieter startet dann auf aktueller Basis.

Wovon hängt die Höhe der Nachzahlung ab?

Die Höhe ergibt sich aus drei Faktoren: wie weit der Abschlag vom realen Bedarf entfernt war, wie stark die Preise gestiegen sind und wie sehr sich Ihr Verbrauch verändert hat. Wer den Abschlag jährlich nach der Abrechnung prüft und anpasst, hält beide Ausschläge, Nachzahlung wie Guthaben, gering.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Abschlag und Ihr Tarif noch passen: Laden Sie einfach Ihre letzte Rechnung hoch, wir prüfen sie und finden Ihren günstigsten Tarif. Kostenlos und unverbindlich.

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Häufige Fragen

Was ist ein Abschlag?
Der Abschlag ist eine monatliche Vorauszahlung auf Ihren Jahresverbrauch. Er verteilt die voraussichtlichen Kosten gleichmäßig über zwölf Monate, damit Sie nicht einmal jährlich eine große Summe zahlen müssen. Nach der Jahresabrechnung wird gegengerechnet.
Kann ich meinen Abschlag jederzeit ändern?
Ja. Sie können bei Ihrem Versorger eine Anpassung des Abschlags beantragen, wenn er offensichtlich zu hoch oder zu niedrig ist. Der Anbieter darf eine realistische, am Verbrauch orientierte Höhe verlangen, muss eine begründete Anpassung aber berücksichtigen.
Bekomme ich zu viel gezahlten Abschlag zurück?
Ja. Haben Ihre Abschläge den tatsächlichen Verbrauch überstiegen, erhalten Sie ein Guthaben. Es wird meist mit dem nächsten Abschlag verrechnet oder auf Ihr Konto ausgezahlt.
Wie oft wird abgerechnet?
In der Regel einmal im Jahr über eine Jahresabrechnung. Grundlage ist Ihr Zählerstand, der abgelesen oder geschätzt wird. Die Differenz zwischen gezahlten Abschlägen und tatsächlichen Kosten führt zu Nachzahlung oder Guthaben.
Sollte ich den Abschlag lieber höher ansetzen?
Ein etwas höherer Abschlag schützt vor einer Nachzahlung, bindet aber Geld. Ein zu niedriger Abschlag kann eine unerwartete Nachforderung bedeuten. Sinnvoll ist ein Abschlag, der nah an Ihrem realen Jahresverbrauch liegt.

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